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Seit der EU-Erweiterung hat der illegale
Handel mit Hunden aus den Ländern des
ehemaligen Ostblocks sprunghaft
zugenommen. Er soll inzwischen so
lukrativ wie der
Zigarettenschmuggel sein. Unter
Bedingungen, die der tierquälerischen
Massentierhaltung in nichts nachstehen,
werden u.a. in Polen, Bulgarien,
Tschechien, Rumänien, der Ukraine und
Russland Hunde gezüchtet und vornehmlich
nach Westeuropa verkauft. Weil die
Nachfrage besonders in Frankreich,
Belgien und Deutschland nach Rassehunden
hoch ist, lassen sich erstaunlich viele
Käufer drauf ein, ihren Wunsch-Hund oder
Welpe über das Internet zu ordern, um
damit ein vermeintliches Schnäppchen zu
machen. Oft kosten diese Rassehunde nur
die Hälfte oder ein Drittel des
offiziellen Preises, den seriöse Züchter
verlangen. Doch obwohl die EU
vorschreibt, dass Welpen erst ab einem
Alter von 8 Wochen ohne Mutter
transportiert werden dürfen, floriert
das Geschäft mit zu früh entwöhnten
Hunden, die kaum 40 Tage alt sind.
Können durch Zufall solche
Hundetransporte angehalten und die
zitternde Fracht beschlagnahmt werden,
sind die Kleinen oft kaum älter als 5-6
Wochen. Eine überaus kritisches Alter:
Denn zwischen der 6. und 8. Lebenswoche
lässt die Schutzwirkung der Muttermilch
nach. Je nach Rasse, Kondition,
Ernährungsstatus und Lebensbedingungen
des jungen Hundes ist die
Krankheitsanfälligkeit in dieser Phase
besonders hoch. Da die mütterlichen
Schutzstoffe (Impfschutz) in dieser Zeit
unwirksam werden, wird im
Regelfall erst in der 8. Woche geimpft.
Meistens bleiben zu schnell entwöhnte
Welpen ein Leben lang anfällig und
schwächlich. Das ist die eine Seite, die
für den Hundebesitzer meistens mit hohen
Tierarzt- und Medikamentenkosten
verbunden ist. Und die andere stellt
eine nicht minder große Belastung dar:
Welpen die viel zu früh von der Mutter
abgesetzt wurden, können sich kaum zu
souveränen und ausgeglichenen
Familienhunden entwickeln. Ihnen fehlt
die notwendige Prägung durch die
Mutterhündin und Wurfgeschwister, die
sie auf das Leben vorbereiten.
Verbringen junge Hunde diese
entscheidende Phase isoliert, ohne
Zuwendung und ohne die Möglichkeit, ihr
Umfeld lernend zu erkunden, behalten sie
oft ein Leben lang Unsicherheiten im
Umgang mit Artgenossen, Menschen und
Geschehnissen des Alltags bei. Viele
Besitzer, enttäuscht von ihrem
"schwierigen Hund" trennen sich früher
oder später von ihm und geben den Hund
ins Tierheim und setzen damit wiederum eine
Entwicklung in Gang, die abermals die
ohnehin ausgelasteten Tierheime fordert.
Die Adoption eines schlecht
sozialisierten Hundes setzt ein hohes
Maß an Kenntnis,
Verantwortungsbereitschaft und vor allem
Zeit für das Tier voraus. Häufig
verbringen solche Hunde Jahre im
Tierheim, weil sich niemand der
Herausforderung stellen möchte, einen
verunsicherten und unausgeglichenen Hund
aufzunehmen, der die Grundlage
hündischer Kommunikation nicht lernen
durfte. Trotz aller Aufklärung
über kriminelle Hintergründe des
kommerziellen Hundehandels finden sich
nach wie vor Interessenten, die das
erbarmungslose Geschäft mit Hundebabys
durch ihre Kaufbereitschaft indirekt
unterstützt. Allein Tschechien soll 30
000 Hunde für den wohlgemerkt legalen
Export züchten, wobei in Deutschland die
Nachfrage bei ca. 300 000 Hunden
beliebter Rassen jährlich liegt. Schon
diese Absatzmarkt-Zahlen zeigen, welche
Dimensionen das Geschäft mit Welpen
angenommen hat. Eine Hundezucht kostet
in osteuropäischen Ländern wenig. In
ehemaligen LPG-Betrieben oder einfach in
Hinterhöfen, Schuppen und Kellern werden
Hündinnen als Gebärmaschinen
missbraucht, bis sie sich kaum noch auf
den Beinen halten können. Artgerechtes
Futter, Bewegung, Auslauf, Kontakt und
Erkundungsmöglichkeiten werden in der
Regel weder dem Muttertier noch den
Welpen gegönnt. Ohne Impfungen, ohne
Papiere, tierschutzwidrig in Kisten und
kleinen Boxen transportiert, verkotet,
halb verhungert und geschwächt, blicken
diese bedauernswerten Hundebabys ihren
Rettern entgegen, wenn die Polizei von
Passanten aufmerksam gemacht wurde.
Meistens fällt Beobachtern auf, dass an
Raststätten und Tankstellen Welpen aus
dem Kofferraum eines mit ausländischem
Kennzeichen versehenen Kleinwagen
verkauft oder an zentralen Plätzen wie
Märkten, Fußgängerzone und jüngst auch
vor Futtermittelläden angeboten werden.
Mühsam müssen diese fast immer aufgrund
Verstößen gegen das Tierschutzgesetz,
der Seuchen und Zollbestimmung
beschlagnahmten Welpen in Tierheimen
aufgepäppelt werden. Viele Hunde sind
mangelernährt, geschwächt oder sterben
letztlich doch an Infektionskrankheiten,
die sie schon in sich trugen . Gelingt
es den Tierheimen die Welpen wieder auf
die Beine zu bringen und sie langsam an
den Menschen zu gewöhnen, kann es
passieren, dass der Händler seine "so
genannte Ware" zurück fordert. Und
rechtlich stehen ihm die Hunde sogar zu,
wenn er die vorgeschriebenen EU
Heimtierpässe nachreicht, die
Tierarztkosten des Tierheims und die
Bußgelder bezahlt.
"DESHALB"
Kaufen Sie niemals von Hundehändlern und
dubiosen Züchtern und klären Sie bitte
Freunde und Bekannte darüber auf.
Hundehandel ist Tierquälerei.
Keine Macht den Händlern

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